Montag, 12. Februar 2007
über das geheimnis worte verlieren oder es feiern?
daniel fragt in einem blog-eintrag nach deinem verständnis von gottesdienst. als beispiel zitiert er aus dem buch „glaubensspaltung ist gottesverrat“, wo klaus berger zusammenzufassen versucht, wie evangelisches und katholisches verständnis von gottesdienst zu unterscheiden sind. das wird sicherlich auch die leser dieses blogs interessieren.

meine gedanken dazu in kürze: am „lebenden objekt“ ist diese unterscheidung niemals so eindeutig, wie klaus berger sie macht. eine lutherische gemeinde sieht durchaus in dem pastor oder in der pastorin ein gegenüber. und wenn wir im ansverus-haus gottesdienst feiern, dann ist der sakramentsgottesdienst, d.h. mit abendmahl, immer der normalfall.

jahrelanges mit-verantwortlich sein in früheren jahren in gottesdiensten lässt mich bei der frage nach dem verständnis von gottesdienst mahnen: es ist zwar wichtig, sich bewusst zu sein, warum man etwas tut, aber es muss uns auch klar sein, dass es elemente gibt, in der sich die feier unserem diskursiven verstehen- und erklären-wollen entziehen. und darum feiern wir ja: weil wir keine worte für das geheimnis finden. (nach klaus berger wäre das jetzt wohl eine katholische position. mh.)

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Montag, 29. Januar 2007
may the road rise to meet you
wer mal eine alternative zu dem lied „möge die strasse“ braucht (damit das lied wegen erschöpfung auch mal ein bisschen urlaub bekommt), kann es ja mal hiermit versuchen:

may the road rise to meet you (pdf, 20 KB)

(als ich das andere lied einmal kurz erwähnte, passierte etwas merkwürdiges: alle anwesenden nahmen plötzlich so ne kinderstimme an und greinten es vor sich hin. was will uns das sagen?)

man kann es sich auf einer seite der northumbrian community anhören/herunterladen. man findet es auch in dem neuen gesangbuch der gemeinschaft evangelischer kirchen in europa, wo es in einer melodievariante abgedruckt ist.

may the road rise to meet you
may the wind be always at your back
may the sun shine warm upon your face
and the rain fall soft upon your fields
until we meet again may god hold you
in the hollow of his hand


eigentlich ist es ja nicht der typische stil hier bei uns, aber r. hat nun eine bodhran (wie schreibt man das?), und die will auch mal zum einsatz kommen.

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Dienstag, 17. Oktober 2006
mit der hand geschrieben
1. kürzlich titelte der spiegel „rettet das deutsch“. den artikel fand ich nicht weiter interessant, nur, dass ich dachte: genauso rettenswert ist das schreiben mit der hand. ich überlegte, von wie vielen freunden ich die handschrift kenne. wie doch der persönliche wert der hanschrift aufgrund der elektronischen kommunikationsmöglichkeiten gestiegen ist!

2. r. hat mir seine kamera geliehen. und in ermangelung eines scanners gibt‘s hier ein photo, auf welchem meine hanschrift zu sehen ist:



3. zu sehen ist auch meine notenhandschrift: ein vorschlag für ein alternatives responsum für die seligpreisungen.
    kommentar: die idee von preisungen.de ist schön, die seligpreisungen durch den ruf „selig, der freude hat an seiner weisung“ mit psalm 1 zu verbinden: „selig“ als erstes wort des psalters – es ist die initiale der psalterhandschriften: beatus vir! – und als erstes wort der bergpredigt, der lehrunterweisungen jesu. - hingegen greift das obige responsum „freut euch und jubelt!“ den überschwänglichen charakter des „selig-preisens“ auf.

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Samstag, 14. Oktober 2006
seligpreisungen
in der liste der links (im allgemeinen) und blogs (im besonderen) ist u.a. auch preisungen.de verlinkt, eine seite mit resourcen für die sogenannte responsoriale psalmodie. hier im haus beten wir, besonders wenn wir mit gästen beten, die psalmen auf diese weise. (eine/r betet einzelne verse, alle anderen wiederholen nach den versen das sogenannte responsum, einen kurzen, einprägsamen ruf.) dem beter ein „herzwort“ oder einen „herzsatz“ eines psalms anzuvertrauen, hat auch sehr viel mit der zweiten phase der lectio divina, der sogenannten ruminatio, zu tun. dazu aber demnächst mehr in der begonnenen lectio divina serie.

jedenfalls, diese woche sind bei preisungen.de zufällig die seligpreisungen zu hören, bzw. zu lesen – ihr wisst ja: für mich das herz des evangeliums.

hier in der verwendeten übersetzung des benediktinischen antiphonale (bzw. auch in den münsterschwarzacher cantica zu finden):


Selig, die arm sind im Geiste: *
ihrer ist das Himmelreich.
    Selig, die trauern: *
    sie werden getröstet.
Selig, die voll Sanftmut sind: *
sie werden das Land besitzen.
    Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit: *
    sie werden gesättigt.
Selig, die barmherzig sind: *
sie werden Barmherzigkeit erlangen.
    Selig, die reinen Herzens sind: *
    sie werden Gott schauen.
Selig, die dem Frieden dienen: *
Söhne Gottes werden sie heissen.
    Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt sind: *
    ihrer ist das Himmelreich.

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Montag, 2. Oktober 2006
lucernarium
wir hatten am letzten freitag abend einen „stillen feier- und feuerabend“: wo leute einfach so bei der hausgemeinschaft zu gast sein können mit abendmahl und abendbrot, leben teilen und bibelteilen und so.

u.a. haben wir auch folgenden kanon ausprobiert:
    christ, as a light,
    illumine and guide me,
    christ, as a shield,
    overshadow me.
    thy cross be my shieldig this night.
und natürlich haben wir auch ein lucernarium, eine licht-liturgie gehabt, in der das licht der kerzen, die jeder in den händen hielt, gesegnet wurde (nach einer anglikanischen vorlage und in verbindung mit einem griechisch-orthodoxen gesang, agios o theos, evangelisches gesangbuch 185.4):
    Gepriesen seist du,
    heiliger Gott,
    heiliger Starker,
    heiliger Unsterblicher,
    der du Tag und Nacht erschaffen hast.

    Da nun des Tages Schein vergeht
    und das Dunkel uns umhüllen will,
    erneuerst du deine Verheissung,
    das Licht deiner Gegenwart
    unter uns zu offenbaren.

    Darum bitten wir:
    Segne + dieses Licht, o du unerschaffenes Licht!

    Und wie diese Flamme das Dunkel erhellt,
    so möge Christus, dein lebendiges Wort,
    das Dunkel unsrer Herzen erleuchten,
    auf dass wir, von diesem Segen erfüllt,
    vor dir wandeln und dich preisen,
    Gott, der du bist,
    der du warst
    und der du kommen wirst.
vielleicht ist das auch ein schönes gebet, wenn man abends eine kerze anzündet und sich zeit dafür lassen will?

weitere links zum lucernarium:
blessing of light
lucernargebete

ein photo von unserer krypta beim „psalmen-haus“ im juli:

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