Freitag, 4. Mai 2007
gathas (2)
gathas begleiten mich noch immer. nun fallen mir immer wieder dinge ein, die etwas damit zu tun haben. ich erinnere mich jetzt z.b., dass ich früher auch immer einen psalmvers still sagte, wenn ich in eine kirche ging. und der ging so:
    in deinem zelt möchte ich gast sein auf ewig,
    mich bergen im schutz deiner flügel.

    [aus psalm 61]
eine gatha möchte einem dabei helfen die frage zu beantworten: „was tue ich eigentlich gerade?“

und da es handlungen gibt, die sich jeden tag wiederholen, können sie als erinnerungspunkte benutzt werden, um zu üben, dinge achtsam und aufmerksam zu tun. und dafür könnte man sich auch mal eigene verse ausdenken und an ihnen herumfeilen. die idee des selberausdenkens ist auch bei naturewriting.com zu finden. hier ein entwurf für das ankommen in einer kirche oder kapelle und wenn man dann sitzt:
    bevor ich angekommen bin,
    ist mein körper schon da.
    selbstverständlich in der gegenwart
    ist er schon gebet.
    ich muss ihn nur noch bewohnen.
oder auch: manche menschen vergessen, wenn sie die treppen zur krypta herunter gehen, dass sie sich einem raum der stille nähern. schon der weg dorthin ist eine einladung zum schweigen und zur nicht-eile. die könnten vielleicht folgendes gebet bei jeder stufe sprechen:
    wo ich meinen fuss hinsetze,
    begegne ich dir.
    wohin sollte ich noch laufen?

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