Montag, 30. April 2007
weltformel der eigenen biographie
am wochenende bei einer professfeier im „priorat st. ansgar zu nütschau“ gewesen. einladend für die gäste war, dass man am samstag abend die gesänge zur liturgie am sonntag üben konnte, und auch direkt vor der messe am sonntag morgen wurde einiges vom ablauf der profess-liturgie erklärt. so konnten auch alle innerlich wie äusserlich mit dabei sein und eine fröhliche feier erleben.

was mir allerdings noch nachhängt ist eine lesung aus der vigil. quasi als „väterlesung“ hörten wir gedanken von abt pius buddenborg (gest. 1987), dem gründungsabt von nütschau, der in etwa sagte, mit der ewigen profess, dem versprechen zu „beständigkeit, klösterlichen lebenswandel und gehorsam“, würde man sein ganzes leben vorwegnehmen. da habe ich gedacht: wer wünschte sich das nicht, sein ganzes leben in einem einzigen punkt zusammenfassen zu können? so was wie eine weltformel der eigenen biographie zu haben.

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Mittwoch, 25. April 2007
heute in meinem feedreader entdeckt: ein hinweis von brockenstube.wordpress.com zu einer auseinandersetzung einer landeskirche mit einem ihrer theologen, die schlimmstenfalls in einem lehrbeanstandungsverfahren münden könnte.

interessant ist für mich nicht so sehr, dass nicht nur die römische kirche sich um ihre glaubensaussagen sorgt, sondern der ansatz des „angeklagten“ selbst, claus petersen, der sozusagen konsequenzen aus der aktuellen exegese zieht. und zwar praktisch, und als „ökumenische initiative“, die sich der verkündigung jesu vom reich gottes (die mclaren-leser horchen vielleicht auf) verpflichtet fühlt. das ist mutig.

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internalisierte überzeugungen zu falschen zeiten
gestern beobachtete ich an mir, dass ich mich darüber freute, wie mir geglückt ist, freundlich auf anstrengende erwartungen reagiert zu haben. allerdings liess ich das sich-freuen, letztlich so eine art „stolz auf sich sein“ gar nicht richtig zu. denn der gedanke trat auf: „dass dir das geglückt ist, darfst du dir nicht selber zuschreiben! das hast du der gnade zu verdanken!“ und bekam ein schlechtes gewissen. - letztlich wies ich dieses schlechte gewissen wieder ab. warum nicht froh sein, wenn eine situation gemeistert wurde? warum nicht klar erkennen, wieweit man selber handeln kann, „etwas schaffen kann“, und wo nicht mehr. wie hinderlich doch internalisierte überzeugungen zu falschen zeiten für die vertiefung geistlicher praxis sein kann! - ist das nachvollziehbar?

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Montag, 23. April 2007
lesen und leben
wohlmeinende nette menschen haben mir letzten montag, gleich zum erscheinungstag, das „neue jesusbuch“ (von joseph ratzinger/benedikt xvi.) geschenkt. jetzt brauchen mich also keine rezensionen darüber mehr interessieren, sondern ich kann es gleich selber lesen. (zu „rezension“: derzeit blättere ich auch mal in kindlers literatur-lexikon: diese über zwanzig bände sind bücher, die von büchern handeln. warum gibt es in der welt so viele bücher über bücher?)

zum (selber-)lesen: da habe ich seit einiger zeit den eindruck, dass ich nicht mehr so aufmerksam lese wie früher. ich bin nicht mehr uneingeschränkt bereit, fremde inhalte so zu speichern, wie es für sie angemessen ist. ich lese „einfach so“, und es kann passieren, dass, wenn ich die seite umgeblättert habe, schon vergessen ist, was gesagt wurde. „was für mich wichtig ist, wird sich mir schon einprägen.“, so hoffe ich. in diesem zusammenhang interessiert mich, was wir wirklich wissen, wenn wir solche speichermedien wie buch oder computer oder internet nicht hätten. was wissen wir wirklich? was von all dem, was wir lesen, wird zu unserer eigenen erfahrung? was von all dem, was uns an „ideen“ vermittelt wird, gewinnt in unserem leben anfassbare gestalt?

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Freitag, 20. April 2007
fragen zum umgang mit ärger und wut
  1. erinnerst du dich an einen gelungenen umgang mit ärger oder wut?
  2. erinnerst du dich an einen misslugenen umgang mit ärger oder wut?
  3. hast du eine idealvorstellung wie man mit ärger oder wut umgehen sollte? und hast du selbst erlebt, dass es geklappt hat?
  4. was sagt deine religiöse oder spirituelle tradition zum thema ärger und wut?
  5. gibt sie hilfestellung für den umgang damit?
  6. wie gehst du selber mit ärger um? was machst du, wenn du wütend bist?
mich interessieren diese fragen wirklich. es ist offensichtlich, dass in der christlichen tradition keine effektiven strategien für den umgang mit unangenehmen gefühlen beigebracht werden. wo sind die lehrer und lehrerinnen in christlicher tradition, die da etwas zu sagen haben? und was ist das grösste problem (in christlicher tradition), das uns hindert, effektiv mit unangenehmen gefühlen umzugehen?

[nachtrag: siehe dazu auch einen neuen eintrag auf diesem blog.]

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Mittwoch, 18. April 2007
guckt heute doch mal woanders
nachdem ich den letzten eintrag machte, dachte ich: "nee, der ist ja total langweilig. ich bin einer von den leuten, die immer von kirche reden. gähn!" und als ich heute beim tinosophen den eintrag trft n kathlk nen rthodxn chrst sah, dachte ich: "warum mach ich nicht mal so lustige einträge?" - ist vielleicht auch ein schöner nachtrag zum montag abend ...

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Dienstag, 17. April 2007
mit nikodemus kirche sein | heimat
p. thomas (khg hamburg) sprach gestern vom tagesevangelium ausgehend über nikodemus, vom dem es im johannesevangelium drei geschichten gibt: einmal das nachtgespräch mit jesus, als zweites das eintreten für jesus im hohen rat und als drittes der „fromme dienst“ der bestattung jesu. diese drei geschichten brachte er zusammen mit dem dreiklang von dem, was kirche tut: beten (leitourgia), bekennen (martyria), dienen (diakonia). indem nikodemus dies tut, „ist“ er kirche.

lasst uns anstatt zu fragen, was kirche ist (das kann man im katechismus nachlesen), lieber umzusetzen versuchen, was kirche tut. selber kirche sein und mit anderen rechnen, die dasselbe tun, und es dann gemeinsam umsetzen. das sind meine gedanken heute dazu.

was sonst noch gestern abend in der khg war: s. sagte zu mir: „ich wünsche dir heimat.“ an das stichwort der „heimat“ dachten auch noch andere. das hat mich berührt. man muss sie in seinem inneren berühren können, sonst wird man sie im aussen vielleicht nie erfahren.

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Freitag, 13. April 2007
das nicht-üben üben
ja, aufmerksam gehen üben, achtsam sitzen üben, gesammelt psalmodieren üben, gut abwaschen üben, alles das ist nötig. aber auch das nicht-üben üben. was meine ich damit?

letztes jahr gab es gelegentlich den fürchterlichen spruch zu hören: „nimm es als geistliche übung.“, wenn einem z.b. aufgegeben wurde, einen haufen von kopien zu machen. das hat mich immer wütend gemacht. nee, wenn ich einen haufen kopien machen soll, möchte ich das bitte einfach machen und es nicht spirituell vebrämen. ist kopieren oder jegliche andere arbeit, die getan werden muss, mehr wert, wenn man sie als „geistliche übung“ vollzieht? nein. man muss es so tun, wie man es eben tut. und so übt man das nicht-üben und trägt dazu bei, dass alles so getan wird, wie es getan werden will und alles an seinem rechten ort ist.

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