Montag, 14. Mai 2007
neu-alte wege mit einem neuen blog beginnen:

http://bergder7000stufen.wordpress.com/


http://kellion.wordpress.com/

[nachtrag: seit dem 14ten mai geht es dort weiter. bei ecclesiola, dem kirchlein, hört es hier auf. der beisasse ist ein beisasse geblieben. bitte erneuert eure bookmarks, wenn nicht schon geschehen.]

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Freitag, 11. Mai 2007
kirchentag 07
das ansverus-haus wird auch auf dem kirchentag sein. evangelische und ökumenische gemeinschaften laden in der themenhalle „wort“ als „kölner kirchentagskloster“ zur eucharistiefeier (am morgen) und zum stundengebet ein.

ich habe ein wenig im programm geblättert und fand eine veranstaltung, die ich auf jeden fall gerne besuchen möchte. ansonsten werde ich einfach schauen, was sich so ergibt neben den eigenen aufgaben beim stundengebet im genannten „kirchentagskloster“.

leider wird thich nhat hanh wohl nicht – wie geplant – dabei sein. ich hätte ihn gern erlebt. dazu fällt mir ein, dass es leute gibt, die bauchschmerzen bekommen, wenn gäste anderer religionen eingeladen sind. sie haben sorge, dass der eigene christliche glaube beim rest der gesellschaft als konturlos und beliebig ankommt. ich verstehe diese sorge. aber ich muss dabei an das sehr humorvolle buch jona denken. gerade die, die nicht zur „richtigen“ religion gehören sind in der geschichte von jona die, die eine vorbildliche „frömmigkeit“ (im besten sinn) und einen religiösen ernst zu tage treten lassen. und was der prophet des einen gottes lernen muss ist, dass sein gott keine lust hat, nur innerhalb seiner kulturellen territorien sein dasein als provinz-gott zu fristen. sondern: ein gott aller welt zu sein.

ich darf auch an den hinweis aus dem konzilsdokument nostra aetate erinnern, wo es nach einem kurzen aufriss der religionen heisst:
    „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet. Unablässig aber verkündet sie und muss sie verkündigen Christus, der ist ‚der Weg, die Wahrheit und das Leben‘ (Jo 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat.“
ähnlich wird vielleicht auch der deutsche protestantismus, die „kirche der freiheit“, denken.

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Donnerstag, 10. Mai 2007
berufungspastoral goes cartoon
darf ich vorstellen? brother ben, sister catherine, father michael, sister leah und brother gregory machen als cartoonfiguren dem frommen (englischen) teenager auf berufe der kirche aufmerksam.

wie gut, dass ich mal wieder auf dave walkers blog (siehe cartoonchurch.com) geschaut habe, der in einem eintrag eine aktion der katholischen berufungspastoral in england kommentiert: calledtoday.com. sieht lustig aus.



die geschichte von „brother gregory“ beginnt mit dem abgegriffensten einleitungssatz für berufungsgeschichten ever: „I never expected that I would become ...“

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Mittwoch, 9. Mai 2007
mein ostertag ist schon im lauf
wir sind ja immer noch in der osterzeit. da ist es schön, immer noch osterlieder zu singen. eine entdeckung im (evangelischen) gesangbuch ist das lied, das wir in dieser woche jeden morgen singen: „frühmorgens da die sonn aufgeht“ (111) von johann heermann (1630), zur melodie von „erschienen ist der herrlich tag“. da gibt es auch strophen, wo der singende von sich selbst und von seinem eigenem auf(er)stehen singt:
    2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not
    verschlossen, gleich als wär ich tot,
    läßt du mir früh die Gnadensonn
    aufgehn: nach Trauern Freud und Wonn.
    Halleluja.



    4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt
    mit Schmach am Kreuz gefangen hält;
    drauf folgt der Sabbat in dem Grab,
    darin ich Ruh und Frieden hab.
    Halleluja.

    5. In kurzem wach ich fröhlich auf,
    mein Ostertag ist schon im Lauf;
    ich wach auf durch des Herren Stimm,
    veracht den Tod mit seinem Grimm.
    Halleluja.

    ...

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Montag, 7. Mai 2007
umgang mit ärger, ein erster hinweis
es ist mir peinlich, dass leute wegen meiner fragen zu ärger und wut über dieses blog gestolpert sind. und da stehen dann nur fragen da. und keine antworten.

besonders interessierte mich damals, was aus christlicher tradition dazu gesagt wird. nun habe ich endlich mal den sogenannten „praktikos“, eine schrift des euagrios pontikos (4. jh.), gelesen (siehe die ausgabe bei amazon.com). dort verarbeitet euagrios (oder latinisiert: evagrius) eigene asketische erfahrungen in der wüste, nebst den gedanken seiner lehrer. in seiner sogenannten acht-laster-lehre wird auch der zorn besprochen. allerdings wäre das nicht hilfreich, hier unkommentiert seine aussagen zu referieren. es müsste für mich noch erwiesen werden – durch ausprobieren –, dass seine hinweise wirklich „helfen“.

allgemein jedoch ist ein hinweis von ihm meiner meinung nach sehr empfehlenswert. und zwar ist es der rat, die eigenen „gedanken“ (z.b. unseren ärger und unsere wut) genau zu beobachten. vielleicht kann dieses beobachten schon ein erster schritt dazu sein, einen kundigen umgang mit ärger und wut zu erlernen. er schreibt im 50. kapitel des praktikos:
    „Achten sollte er [der Asket] auf ihre [der Gedanken] Intensität, auch darauf, wann sie nachlassen, wann sie entstehen und wieder vergehen. Er sollte die Vielfalt seiner Gedanken beobachten, die Regelmässigkeit, mit der sie immer wieder auftauchen ... Dann sollte er Christus bitten, ihm all das zu erklären, was er beobachtet hat.“
kurzum: an sich selbst feldforschung betreiben. mit interesse und auch neugier.

zum beispiel: man wird vielleicht in einer situation bemerken, dass man sehr wohl sehen kann, dass aus irgendeinem grund (den man nicht erkennt) sich ein gefühl von ärger anbahnt. und dass es dann einen punkt geben kann, wo man dann tatsächlich „mit der faust auf den tisch haut“. - dann (nicht mit dem beobachten aufhören!): was geht dann weiter im kopf ab? ist da ein neuer ärger, weil man es nicht geschafft hat, ärger nummer eins gedeckelt zu haben? etc. (auch da immer weiter seine gedanken weiter beobachten!) etc.

oder: man wäscht gerade ab. und dann erinnert man sich an eine situation, in der jemand einen verletzt hat. im kopf webt sich ein neuer fiktiver dialog zusammen – mit sachen, die man gern in der situation gesagt hätte. (was passiert da körperlich?) und man lässt in seinem kopf immer und immer wieder dieselbe szene sich abspielen. (wie ist der atem jetzt?) etc.

wozu solche „feldforschung“? nun, wenn man mit ärger und wut umgehen möchte, muss man sie erst einmal kennen lernen. und wenn man ihre anwesenheit so genau beobachtet, kann es in manchen situationen schon eine erste erleichterung bringen, weil man so abstand von diesen gedankenformationen gewinnt, ohne diese kräfte zu unterdrücken.

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Freitag, 4. Mai 2007
gathas (2)
gathas begleiten mich noch immer. nun fallen mir immer wieder dinge ein, die etwas damit zu tun haben. ich erinnere mich jetzt z.b., dass ich früher auch immer einen psalmvers still sagte, wenn ich in eine kirche ging. und der ging so:
    in deinem zelt möchte ich gast sein auf ewig,
    mich bergen im schutz deiner flügel.

    [aus psalm 61]
eine gatha möchte einem dabei helfen die frage zu beantworten: „was tue ich eigentlich gerade?“

und da es handlungen gibt, die sich jeden tag wiederholen, können sie als erinnerungspunkte benutzt werden, um zu üben, dinge achtsam und aufmerksam zu tun. und dafür könnte man sich auch mal eigene verse ausdenken und an ihnen herumfeilen. die idee des selberausdenkens ist auch bei naturewriting.com zu finden. hier ein entwurf für das ankommen in einer kirche oder kapelle und wenn man dann sitzt:
    bevor ich angekommen bin,
    ist mein körper schon da.
    selbstverständlich in der gegenwart
    ist er schon gebet.
    ich muss ihn nur noch bewohnen.
oder auch: manche menschen vergessen, wenn sie die treppen zur krypta herunter gehen, dass sie sich einem raum der stille nähern. schon der weg dorthin ist eine einladung zum schweigen und zur nicht-eile. die könnten vielleicht folgendes gebet bei jeder stufe sprechen:
    wo ich meinen fuss hinsetze,
    begegne ich dir.
    wohin sollte ich noch laufen?

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Mittwoch, 2. Mai 2007
klausurbereich
letzte woche hat r. auf die wohnzimmertür ein schild gemacht, auf dem zu lesen ist:
    Klausurbereich der Hausgemeinschaft
vielleicht hätte auch gereicht, da stehen zu haben:
    privat
schliesslich ist r. gestern ausgezogen und fängt im kommenden semester an zu studieren. also besteht die „hausgemeinschaft“ derzeit nur aus einer person. was aus dem stundengebet, das wir als hausgemeinschaft – neben den gebetszeiten des (ansverus-)hauses – noch intern für uns hatten, weiss ich noch nicht. wie geht das noch mal: alleine beten? ich ahne, dass diese situation sich der wohl „normalen“ situation vieler menschen annähert. allerdings haben sie wohl keinen „klausurbereich“. und der keller ist sicherlich nicht als krypta, als unterirdische kapelle ausgebaut ...

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