Mittwoch, 22. November 2006
einfach noch ein raum
[1] während christians blog mit der überschrift „neue blogs braucht das land“ begann, sagte s. am sonntag zu mir: „wozu braucht man eigentlich einen blog?“ er beschrieb den raum des web als kampfplatz für extreme positionen und polemik. wo ist besonnenheit und nüchternheit im web zu finden? wo ist hier die mitte? und dennoch: der grundzug des bloggens ist ein pathos für das durchschnittliche. und so lassen sich durchschnittlichkeit und alltäglichkeit als wert entdecken. und das ist gut so. wenn wir uns als durchschnittlich erfahren, dann können wir fast sicher sein, dass wir reale menschen sind.

[2] ein etwas längerer eintrag von simon de vries (“gedanken über neue formen von gemeinschaft“) ist da viel affirmativer, was die netzkultur und ihre möglichkeiten für das leben der kirche angeht.

[3] und ich denke auch: das netz ist einfach ein weiterer raum, in welchem menschen sich („wirklich“) bewegen. mag sein, dass es ein tummelplatz für extreme positionen und nutzlose inhalte ist – aber so wie wir an unseren orten auch eine kultur des miteinanders gestalten, sind wir dazu eingeladen, es auch im raum des web zu tun.

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