Mittwoch, 8. November 2006
was mein ohr so hören will
beisasse, 17:48h
sagte der zivi gestern zu mir: was murmelst du da eigentlich vor dich hin? - ganz einfach ich war gerade dabei heraus zu finden, wie georg trakls, ein winterabend eigentlich klingt. - und beim ausprobieren und auskosten kommt man immer wieder auf entscheidungen, die man gar nicht erklären kann. und es ist noch einmal anders, es über das sprechen bzw. hören zu entscheiden, als wenn man sich das quasi am schreibtisch ausdenkt. ich hatte mal notiert:
ich bin erstaunt, dass ich nach diesen sechs tagen immer noch das gefühl habe, diese wenigen zeilen, drei stophen sind es ja nur, nicht adäquat sprechen zu können.
- in der dritten zeile der zweiten strophe: welches wort ist besonders zu behandeln? „golden“ oder „blühen“? der „baum der gnaden“ ist schon von selbst etwas besonderes. aber ist nun besonders, dass er golden blüht oder dass er überhaupt blüht? nimm das verb, denn es wichtig, dass bei den vielen „statischen“ beschreibungen auch mal ein wenig bewegung transportiert wird.
ich bin erstaunt, dass ich nach diesen sechs tagen immer noch das gefühl habe, diese wenigen zeilen, drei stophen sind es ja nur, nicht adäquat sprechen zu können.
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ruth-maria,
Mittwoch, 8. November 2006, 23:31
Gnade
es ist offensichtlich ansteckend: völlig unerwartet ergab sich grad heut ein gespräch über trakl.
eine kollegin schilderte ihre erschütterung über trakls "grodek"!
welche fügung, dass ich den "winterabend" in mir trug...fasziniert vom goldenen "baum der gnaden". vor meinem geistigen auge ersteht eine "goldene" rebe, um aus der erde den kühlen saft zu spenden... "in reiner helle" gibt gott uns (unser tägliches)brot und wein.
ist das nicht wundervoll (voll der wunder)?
"herbstseele":"rechten lebens brot und wein, gott in deine milden hände legt der mensch das dunkle ende, alle schuld und rote pein."
welche gnade und hoffnung geben uns "gottes milde hände",gedichtet von einem menschen, der noch nicht einmal 30 jahre wurde, weil er sich aus verzweiflung über die menschliche "pein" das leben nahm? hat er am ende seines lebens alle seine pein in gottes milde hände gelegt??
in mir klingt:auch mir blüht die gnade und ich lege alle last, schuld und pein in diese unendlich milden liebevollen hände.
eine kollegin schilderte ihre erschütterung über trakls "grodek"!
welche fügung, dass ich den "winterabend" in mir trug...fasziniert vom goldenen "baum der gnaden". vor meinem geistigen auge ersteht eine "goldene" rebe, um aus der erde den kühlen saft zu spenden... "in reiner helle" gibt gott uns (unser tägliches)brot und wein.
ist das nicht wundervoll (voll der wunder)?
"herbstseele":"rechten lebens brot und wein, gott in deine milden hände legt der mensch das dunkle ende, alle schuld und rote pein."
welche gnade und hoffnung geben uns "gottes milde hände",gedichtet von einem menschen, der noch nicht einmal 30 jahre wurde, weil er sich aus verzweiflung über die menschliche "pein" das leben nahm? hat er am ende seines lebens alle seine pein in gottes milde hände gelegt??
in mir klingt:auch mir blüht die gnade und ich lege alle last, schuld und pein in diese unendlich milden liebevollen hände.
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beisasse,
Donnerstag, 9. November 2006, 20:17
danke, dass du das so mit uns teilst. und auch trakl dankbar sein, dass er seine erfahrungen mit uns teilt.
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wop,
Donnerstag, 9. November 2006, 23:11
schreibe weiter .....
damit ich besser verstehen kann.
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