Montag, 6. November 2006
neue verwendung von satzzeichen?
jetzt wo mich gerade „richtiges sprechen“ beschäftigt (siehe vorangegangene einträge) habe ich gedacht: warum können wir satzzeichen nicht einfach so einsetzen, dass sie dem (vor-)leser dabei helfen, richtig zu sprechen? wir setzen satzzeichen ja nur aus grammatischen gründen ein, oder? andererseits gibt es auch zeichen, die man im sprechen gar nicht transportieren kann. z.b. die anführungszeichen oben in der ersten zeile. dem leser (mit den augen) zeigt es an, dass ich diesen begriff nicht ganz gelungen finde. aber wie müsste das ausgesprochen werden? soll man da etwa mit den fingern anführungszeichen in die luft malen? das ist ja auch eine witzige kombination von sprechen (akustisch) und (wenn auch in die luft) schreiben (visuell).

aber vielleicht untersucht man erst einmal die satzzeichen, wie man sie kennt:

  • der punkt sagt einem: die stimme senken!
  • das ausrufezeichen sagt einem: mit nachdruck sprechen! (da wäre es hilfreich, diese information schon am anfang des satzes zu bekommen anstatt am ende, denn wenn der satz so lang ist und man erst am ende erfährt, dass man ihn mit nachdruck sprechen sollte, ist es leider schon zu spät.) also könnte man das ja so machen: !mit nachdruck sprechen!
  • das fragezeichen sagt: die stimme am schluss des satzes heben! allerdings begegnet einem manchmal so was:
      er fragte, ob es wohl möglich sei, das fenster aufzumachen?
    was eine in unserem zusammenhang nicht-sinnvolle anwendung ist.
  • das semikolon sagt einem: die stimme senken, aber nicht so doll wie wenn da ein punkt steht. (?) nebenbemerkung: das fragezeichen in den runden klammern ist auch nur eine visuelle information, die nicht akustisch umsetzbar ist. dafür müsste man einen satz formulieren.
  • etc.


  • man müsste das mal in ruhe überlegen und ordnen. aber kann das nicht mal ein germanist mal eben machen?

    ... comment

     
    im spanischen ist es nie zu spät !
    die spanische sprache kennt ein umgekehrtes (auf dem kopf stehendes) ausrufezeichen und ein umgekehrtes fragezeichen. beide stehen am anfang des ausruf- bzw. fragesatzes, so dass der spanier deshalb immer weiß, woran er ist. der ganze satz kann von anfang an "ausgerufen" oder "gefragt" werden.
    wäre im rahmen der europäisierung für uns auch interessant ...

    ... link  

     
    das ist ja witzig. dabei tendiert man - um auf deine gelungene überschrift bezug zu nehmen - in südeuropäischen ländern doch eher dazu - vorsicht vorurteil - zu verspätung?

    ... link  


    ... comment