Montag, 23. Oktober 2006
"regelmässigkeit" statt "geistliche übung"
notizen im allgemeinen und nachträge im besonderen:

1. stundengebet bzw. eine gebetszeit im zimmer und alleine brachte mit sich, was ich schon längst wieder vergessen habe: es fällt manchmal aus. ich werde mich ab sofort hüten, freunde verständnislos anzuschauen, wenn sie sagen, in ihrem alltag fiele es ihnen schwer, geistliche regelmässigkeiten aufrecht zu erhalten. (da aber a. halb wieder da ist, hat sich das auch wieder erledigt. die andern beiden der hausgemeinschaft haben eine urlaubs(?)-karte geschrieben. motiv: versuchung des hl. antonius vom isenheimer altar mit grässlichen dämonen. ich hoffe, es geht ihnen gut.)

2. trotzdem: aus technischen gründen empfiehlt sich vielleicht, nicht allzu emphatisch zu sagen, unser ganzes leben oder unser ganzer tag solle gebet sein. denn dann kann es gut sein, dass man das völlig aus den augen verliert. oder? was für regelmässigkeiten pflege ich in meinem (geistlichen) leben?

3. zwei nachträge zum eintrag „mit der hand geschrieben“:

3.1 habe entdeckt, dass man sich das manuskript (okay: photos vom manuskript) des st. alban psalters im netz angucken kann. der sagt mir was, weil ich mal zufällig auf einen roman (bzw. es ist fast so was wie ein dokumentation in romanform – gibt‘s so was?) von peter dyckhoff stiess, der einen in die faszination dieser handschrift mit hineinzog: albani. hier zum beispiel eine seite zu psalm 119,49f. („zum lobgesang wurden mir deine gesetze im haus meiner pilgerschaft“).

3.2 es gibt ein projekt einer handgeschriebenen illuminierten bibel im 21. jahrhundert: die saint john‘s bible. inspirierend!

4. bin beglückt, dass ich das wort „regelmässigkeit“ gefunden habe für den gebrauch wie oben geschehen. wenn man „geistliche übung“ sagt, kriegen meine wirklich evangelischen freunde bauchschmerzen. ausserdem klingt es so angebermässig. nee, da ist „regelmässigkeit“ doch wunderbar nüchtern und gelassen.

5. nicht verwirren lassen: ich habe meinen benutzernamen geändert. ich bin‘s immer noch. „denn ich bin nur ein gast bei dir, * ein beisasse wie all meine väter.“ (psalm 39,13)

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unregelmäßige geistliche regelmäßigkeit
hab heut wieder mal zeit und ruhe für diese wohltuende nische und hab mir sogleich bilder/layout von st. alban psalter und saint john's bible angeschaut, wunderbar *freu*.
bei der gebetsregelmäßigkeit fällt mir ein, dass die gefahr besteht, das typisch menschliche muster: "sollte-soll nicht, besser-schlechter" anzuwenden. gebet oder geistliche übung läuft doch auf vielen verschiedenen ebenen ab. da können doch die konzentrierten, bewussten gebetszeiten irgendeinem zeitplan folgend da sein, während dennoch der gesamte tag mit allen höhen & tiefen latent gebetsbegleitet ist ("ist", nicht "soll") - garnicht mal von uns selbst, sondern frei nach fr.roger: auch wenn ich mich mal von dir entferne, betest du, jesus christus, fortwährend in mir...
so, und jetzt werd ich vor dem einschlafen den anfang von lukas 12 in meine gelassene geistliche übung einflechten.
r.-m.

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"lass es beten"
guten abend! schöne überschrift! wunderbar leichtfüssig gelungen auch das wort (und was es benennen soll): „gebetsbegleitet“. dieses „unbewusste“ elemente (das ja auch in dem gebet von frère roger angesprochen ist), hat vielleicht ganz viel damit zu tun, dass wir dort einfach unser kontrollbedürfnis aufgeben müssen. - ist das nicht komisch? wir frommen menschen neigen dazu zu denken, dass wenn man sich nicht anstrengt, trägheit bei raus kommt. fr. roger scheint hingegen zu meinen, dass der geist gottes dann um so mehr zum zuge kommt. lass es beten.

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Gruß von Karl Barth
Ich dachte, es könnte vielleicht witzig sein, das Spiel auch einmal rückwärts zu spielen. Wenn Karl Barth Blog-Leser wäre, welcher deiner Freunde/Bekannten würde er dann sein?

Tja, also mir gefällt dieser Blog ganz ausgezeichnet! Aber was ist ein Beisasse?

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herzlich bedanke ich mich für das grusswort von karl barth zum 31tägigen bestehen dieses blogs in der grossen weiten blog-oikumene. jedoch: könnte karl barth diesen blog mögen? ist da nicht zuviel religion drinne? würde karl barth münsterschwarzach besuchen? zum beisassen gibt‘s vielleicht morgen was. vom beisassen.

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Zweidrittel-Karl-Barth
Naja, ich denke schon, denn es handelt sich bei mir nur zu 67% um Karl Barth. Außerdem handelt es sich um Karl Barth mit multipler Persönlichkeit, der nur aufgrund einer Stichfrage, die mehr aus der Intuition, denn aus begründeter Überzeugung getroffen wurde, nicht Augustinus ist. Ich glaube, es war doch Augustinus. Wenn ich Karl Barth bin, habe ich nur blasse Ahnung von den anderen Persönlichkeiten.

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