Mittwoch, 18. Oktober 2006
stundengebet-tools
in diesen tagen bin ich von der hausgemeinschaft allein hier. so habe ich das psalmengebet früh morgens und spät abends in mein zimmer verlegt, anstatt alleine in der krypta zu sitzen (so wie hier, photo unten). das erinnert mich an die zeit, in der ich das stundengebet mit dem kleinen stundenbuch kennen lernte. einfach in meinem zimmer.

kommentar 1: insofern kamen mir die bilder aus dem film (vom letzten jahr) die grosse stille über die chartreuse sehr bekannt vor, wo man einen karthäuserbruder sah, der in seinem zimmer allein das brevier betete. viele haben über diese lebensweise im film gesagt: „buh! ist doch total weltfern!“ - aber eigentlich sind das leute, die solidarisch mit menschen leben, die in einer alltäglichen welt, ihre „gebetsnischen“ suchen. alleine. im eigenen zimmer.

kommentar 2: evangelische menschen, die am stundengebet interessiert sind, fragen mich gelegentlich, was für ein buch ich ihnen empfehlen kann. dann empfehle ich die drei bände des oben erwähnten (katholischen) kleinen stundenbuches. es bietet eine gebetszeit morgens und abends an. das ist doch realistisch für leute, die einen „normalen alltag“ leben. „auf evangelisch“ gibt es so was leider nicht. als alternative würde ich dann wohl noch das te deum empfehlen, dessen redaktion gemischt ist. es ist wie ein monatsmagazin, das man abonnieren kann.

kommentar 2.1: hier (und dann auf den button „te deum“ gehen) kann man sich immer den aktuellen tag vom te deum anschauen. ich kann mir vorstellen, dass es leute gibt, die morgens den rechner anstellen und erst einmal auf diese seite gehen. aber ich weiss nicht, wie das ist, wenn man vor‘m bildschirm betet. (gibt ja leute, die sagen, sie können überall beten. also ich könnte vor einem bildschirm nicht so gut ...)

kommentar 2.2: über das evangelische tagzeitenbuch, von dem man auch hier auszüge findet, sage ich vielleicht in einem eigenen eintrag mal was.

kommentar 3: der so lang nicht lieferbare vierte band zum kleinen stundenbuch, die gedenktage der heiligen ist jetzt anscheinend wieder (oder neu) zu haben. das hätte ich heute gut brauchen können für das fest des evangelisten lukas ...

kommentar 4: bitte verpfeift mich nicht beim verein deutsche sprache e.v., weil ich oben das englische wort „tool“ für werkzeug verwendet habe! die haben einen anglizismen-index, welcher die anglizismen als „ergänzend“, „differenzierend“ oder „verdrängend“ einstuft. (es gibt also gute und böse anglizismen.) „tool“ ist bestimmt „verdrängend“. auf deutsch hiesse (jeden tag eine gute tat! heute: konjunktiv benutzen) die überschrift wohl: hilfen zum stundengebet.

kommentar 5: gibt es eigentlich eine lobby (ergänzend, differenzierend oder verdrängend?) für die rettung des ß?

... comment

 
(stunden)gebete
ein paar unsortierte gedanken zur kompliziertheit der gebetsgestaltung
1. im eigenen zimmer (wie auch immer) zu beten beinhaltet eine große kraft
2. zur "großen stille" sehe ich den riesengroßen unterschied, dass wir aus der "gebetsnische" anschließend in den alltag hinausgehen, der karthäuser nicht!
3. der bildschirm kann in der passenden situation das absolut richtige hilfsmittel zum gebet sein, entsprechend einer buchseite; eine buchseite kann andrerseits mit ihrem text in bestimmten situationen absolut hinderlich sein
übrigens: gut, dass es diese seite seit 25 tagen gibt

... link  

 
nett, dass du vorbei geschaut hast, ruth-maria! herzlich willkommen. erzähl doch mal, wie du in deinem alltag betest – auch vor bildschirmen, wenn es sich ergibt ... vielleicht wäre ein passender nächster eintrag im blog: "der verrückteste ort, an welchem ich je gebetet habe" oder so ...

... link  


... comment