Montag, 16. Oktober 2006
lectio divina (2): heiser?
ich hatte ja eine serie über die lectio divina begonnen. wenn man die leute vorwarnt, mit denen man zusammen wohnt, irritiert das sicherlich weniger, wenn man bei der schriftlesung alleine „lesen in verteilten rollen im deutschunterricht“ spielt. bei mir stellte sich eine zufriedenheit ein, nicht gleich etwas schlaues dazu „meinen“ zu müssen. das tat mir richtig gut. allerdings wurde es schwierig, als ich eine erkältung bekam und dadurch eher dazu geneigt war, stumm zu lesen. ich redete mich damit heraus, dass ich mir ja beim stummen lesen, mir innerlich vorstellen könnte, wie es klingt ... jedenfalls: bevor es weiter geht mit der zweiten phase der lectio divina, bleiben wir doch erst einmal bei der übung des lauten vorlesens. (schliesslich habe ich ja jetzt auch die bibel in gerechter sprache zum mir selber vorlesen und „reinhören“.) bis es mit der serie weitergeht, kann man sich folgendes apokryphe jesus-wort zu eigen machen:
    Jesus sagt: „Strebt nicht nach neuem Wissen, bevor ihr nicht alles getan habt, was ihr schon wisst.“
aus: Zwischen Welt und Wüste. Worte christlicher Araber. Aus dem Syrischen, Äthiopischen, Arabischen und Griechischen übersetzt und herausgegeben von Klaus Berger, Frankfurt a.M./Leipzig (Insel Verlag) 2006. hier seite 32, aus den unbekannten jesus-worten (agrapha).

nebenbei: dieses jesus-wort verknüpft sich auch mit dem verständnis der lectio divina bei den wüstenvätern, das in einem ausgezeichneten essay von armand veilleux, o.c.s.o., besprochen wird.
    übung 2:
    heisse zitrone trinken (alternativ: isla-moos einnehmen) und mit übung 1 weiter machen!
lectio divina (1): lesen

... comment